Der Dialog in Zeiten von Corona

Die aktuellen Entwicklungen zur Ausbreitung von COVID-19 und die damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens haben uns zeitweise gezwungen die Veranstaltungen des Dialogs zur Klimaökonomie auszusetzen.

Die Veranstaltungsreihe Forum Klimaökonomie war bisher insbesondere auf das persönlichen Aufeinandertreffen der Teilnehmer:innen ausgerichtet und wurde durch die Pandemie zu einer Pause gezwungen. Am 12. Oktober 2020 nimmt der Dialog zur Klimaökonomie mit dem 7. Forum Klimaökonomie „Ausstieg aus fossilen Energieträgern – Wie gelingt eine faire Systemtransformation“ die Reihe mit angepassten Formaten wieder auf. Das Forum Klimaökonomie am 12. Oktober 2020 wird in komprimierter Form als „hybride“ Veranstaltung durchgeführt – eine Teilnahme wird sowohl online als auch persönlich möglich sein. Ergänzt wird das Forum durch die vorgeschaltete Roundtable Series zum 7. Forum Klimaökonomie, die am 5. und 6. Oktober 2020 stattfindet. Sie besteht aus drei virtuellen Diskussionsrunden, welche drei Kernfragen des Ausstiegs aus fossilen Energien thematisieren. Die Einsichten und Erkenntnisse dieser Roundtables werden am 12. Oktober in die Diskussionen auf dem Forum eingebracht.

Auch weitere Termine und Veranstaltungen, insbesondere Diskussionsveranstaltungen, werden in der kommenden Zeit zunächst in virtuellen oder hybriden Formaten durchgeführt.

Klimaökonomie in Zeiten von Corona

Die Corona-Krise führt zu Einschränkungen in allen Lebensbereichen und Sektoren.  Politisch steht im Moment der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung im Vordergrund. Gleichzeitig versuchen Regierungen Arbeitsplätze und Unternehmen mit milliardenschweren Finanzpaketen durch die Krise zu retten. Nebeneffekte auf die Treibhausgasemissionen sind bereits absehbar: Erste Schätzungen der Agora Energiewende gehen davon aus, dass durch das Zurückfahren der wirtschaftlichen Aktivitäten sogar Deutschlands Klimaziele für das Jahr 2020 eingehalten werden können. Für den Klimaschutz entscheidend sind allerdings nicht vorübergehende Einsparungen, sondern die langfristige Umstellung der Infrastruktur, der Wirtschaft und des Verhaltens. Aus Sicht der Klimaökonomie stellen sich deshalb viele Fragen dazu, welchen langfristigen Einfluss die Corona-Krise auf das Leben, Arbeiten und Wirtschaften in Deutschland und der Welt und damit auf Klimawandel haben wird.

  • Bleibt der Strukturwandel von fossilen Energieträgern hin zu erneuerbaren Energien und effizienteren Technologien auf der Strecke, weil die Preise für fossile Energieträger und CO2-Zertifikate niedrig sind und braune Industriezweige von den Rettungspaketen bevorzugt werden?
     
  • Wie verändern sich die Rahmenbedingungen und das Finanzvolumen für Investitionen und besonders für nachhaltige Investitionen?
     
  • In der aktuellen Krise organisieren Menschen und Unternehmen ihren Alltag neu – umwelt- und familienfreundlicher: Mitarbeiter bleiben im Homeoffice und Unternehmen erproben neue Kommunikationskanäle. Können diese Erfahrungen fern der Präsenzkultur in unserer Arbeitswelt zu langfristig veränderten Verhaltensmustern führen, die weniger Individualverkehr und damit weniger Emissionen bewirken?
     
  • Angesichts der akuten Bedrohung durch die Pandemie scheint in der Bevölkerung die Akzeptanz für transparent, verständlich, wissenschaftsbasiert und multimedial kommunizierte Maßnahmen  gegeben. Lassen sich daraus Lehren bezüglich des Handelns in der Klimakrise ziehen, die ebenfalls zeitnah drastische – jedoch im Vergleich noch moderate – Maßnahmen erfordert, um bezüglich der sozialen, ökologischen und ökonomischen Folgen effektiv zu sein?

Wissenschaftler*innen des Förderschwerpunkts Ökonomie des Klimawandels bemühen sich in dieser schwierigen Zeit, Antworten auf diese und weitere Fragen und Möglichkeiten des Austauschs im Dialog zur Klimaökonomie zu finden. Stay tuned!