Der Dialog in Zeiten von Corona

Die aktuellen Entwicklungen zur Ausbreitung von COVID-19 und die damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens zwingen uns, die Veranstaltungen des Dialogs zur Klimaökonomie vorerst auszusetzen.

Die Veranstaltungsreihe Forum Klimaökonomie, die insbesondere auf das persönlichen Aufeinandertreffen der Teilnehmer*innen ausgerichtet ist, pausiert zunächst. Das für den 5. Mai 2020 angekündigte 7. Forum Klimaökonomie „Ausstieg aus fossilen Energieträgern – wie gelingt eine faire Systemtransformation“ entfällt in diesem Frühjahr und wird auf den 12. Oktober 2020 verschoben – in der Hoffnung, dass im Herbst Zusammenkünfte wie das Forum wieder möglich sind.

Auch alle weiteren Termine des Dialogs zur Klimaökonomie entfallen vorerst, werden verschoben oder in neuen virtuellen Formaten durchgeführt.

Selbstverständlich bleibt unser Team im Homeoffice für Anregungen und Anfragen – gerne per E-Mail –  erreichbar und plant angepasste Aktivitäten für die Dauer dieser Krise und darüber hinaus.

Klimaökonomie in Zeiten von Corona

Die Corona-Krise führt zu Einschränkungen in allen Lebensbereichen und Sektoren.  Politisch steht im Moment der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung im Vordergrund. Gleichzeitig versuchen Regierungen Arbeitsplätze und Unternehmen mit milliardenschweren Finanzpaketen durch die Krise zu retten. Nebeneffekte auf die Treibhausgasemissionen sind bereits absehbar: Erste Schätzungen der Agora Energiewende gehen davon aus, dass durch das Zurückfahren der wirtschaftlichen Aktivitäten sogar Deutschlands Klimaziele für das Jahr 2020 eingehalten werden können. Für den Klimaschutz entscheidend sind allerdings nicht vorübergehende Einsparungen, sondern die langfristige Umstellung der Infrastruktur, der Wirtschaft und des Verhaltens. Aus Sicht der Klimaökonomie stellen sich deshalb viele Fragen dazu, welchen langfristigen Einfluss die Corona-Krise auf das Leben, Arbeiten und Wirtschaften in Deutschland und der Welt und damit auf Klimawandel haben wird.

  • Bleibt der Strukturwandel von fossilen Energieträgern hin zu erneuerbaren Energien und effizienteren Technologien auf der Strecke, weil die Preise für fossile Energieträger und CO2-Zertifikate niedrig sind und braune Industriezweige von den Rettungspaketen bevorzugt werden?
     
  • Wie verändern sich die Rahmenbedingungen und das Finanzvolumen für Investitionen und besonders für nachhaltige Investitionen?
     
  • In der aktuellen Krise organisieren Menschen und Unternehmen ihren Alltag neu – umwelt- und familienfreundlicher: Mitarbeiter bleiben im Homeoffice und Unternehmen erproben neue Kommunikationskanäle. Können diese Erfahrungen fern der Präsenzkultur in unserer Arbeitswelt zu langfristig veränderten Verhaltensmustern führen, die weniger Individualverkehr und damit weniger Emissionen bewirken?
     
  • Angesichts der akuten Bedrohung durch die Pandemie scheint in der Bevölkerung die Akzeptanz für transparent, verständlich, wissenschaftsbasiert und multimedial kommunizierte Maßnahmen  gegeben. Lassen sich daraus Lehren bezüglich des Handelns in der Klimakrise ziehen, die ebenfalls zeitnah drastische – jedoch im Vergleich noch moderate – Maßnahmen erfordert, um bezüglich der sozialen, ökologischen und ökonomischen Folgen effektiv zu sein?

Wissenschaftler*innen des Förderschwerpunkts Ökonomie des Klimawandels bemühen sich in dieser schwierigen Zeit, Antworten auf diese und weitere Fragen und Möglichkeiten des Austauschs im Dialog zur Klimaökonomie zu finden. Stay tuned!