Projekt

TapD2- Haushaltsenergie, Klimawandelanpassung und Emissionsreduzierung in Entwicklungsländern: ein Potential für doppelte Dividenden

Projektbeginn 10/2018
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Projektende 04/2022

Die Energienachfrage von Haushalten in Entwicklungsländern – insbesondere nach Kochenergie in Form von Holz und Holzkohle – wird häufig bei Klima­maß­nahmen nicht berücksichtigt, dabei trägt sie einen erheblichen Teil zu den Treibhaus­gasemissionen bei. Die Studie untersucht daher inwiefern  verbesserte Kochherde (improved cooking stoves, ICS) im ländlichen Senegal sowohl Emissionen als auch Armut reduzieren können. Betrachtet werden Marktbarrieren für die Einführung von ICS und die Auswirkungen von zwei unter­schiedlichen ICS-Typen auf Emissionen und Gesundheit.

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Stand des Projekts

Stand

Die Datenerhebung  und -analyse sind abgeschlossen und die Ergebnisse werden derzeit für die Veröffentlichung vorbereitet.

Ergebnisse:

Ein einfacher und ein hochwertigerer verbesserter Kochherd (improved cookstove - ICS) erzielten ähnliche Effekte bei der realen Nutzung durch die Haushalte. Beide ICS reduzierten den Brennholzverbrauch der Haushalte erheblich, verbesserten aber nicht die Luftqualität, die persönliche Schadstoffbelastung oder die Gesundheit der Frauen. Der kostengünstige Herd kann eine wichtige Brückentechnologie auf dem Weg zum sauberen Kochen sein, die die Arbeitsbelastung der Haushalte und den Druck auf die knappen Brennholzressourcen reduziert. 

Die Luftverschmutzung in Küchen im ländlichen Senegal übersteigt massiv die von der Weltgesundheitsorganisation festgelegten Grenzwerte. Dabei hat eine sehr offene Küche nur halb so viel Feinstaubkonzentration wie eine geschlossene Küche. Wir plädieren dafür, die Debatten und Maßnahmen für saubereres Kochen über den derzeitigen starken Fokus auf Herdtechnologie hinaus auszuweiten. 

Unsere Ergebnisse zeigen darüber hinaus, dass kleine Privatunternehmer genutzt werden können, um die Verbreitung von wohlfahrtsverbessernden Technologien wie ICS zu fördern, wenn Liquiditätsengpässe und Informationsbarrieren abgebaut werden.  


Kernthesen und Befunde

  • Ein­fache energie­effiziente Herde können eine wichtige Brücken­technologie sein um Arbeits­­belastung der Haus­halte und den Druck auf knappe Brenn­holz­ressourcen zu verringern.

  • Das Potenzial zur Klima­wandel­ein­däm­mung ist be­trächtlich und die Kosten sind mit 2-12 Dollar pro vermiedener Tonne CO2-Äqui­valent gering.

  • Ein stärkerer Fokus auf die Liefer­kette von ver­besserten Koch­herden scheint aus­sichtsreich.

  • Be­lüftung und Koch­verhalten spielen große Rolle für Fein­staub­konzentration und soll­ten stärker adressiert werden.


Flagship-Paper

Bensch, G., Chartier, R., Jeuland, M., Lenz, L., Mbaye, S., Ndiaye, O., Peters, J., Sievert, M., Usmani, F. (2021):
Firewood use, air pollution and women’s health in rural Senegal: the role of improved cookstoves and kitchen ventilation. Policy Brief. 

Jeuland, M., Lenz, L., Mbaye, S., Ndiaye, O., Peters, J., Sievert, M., Usmani, F. (2021):
Supporting vendors to enhance improved cookstove dissemination in rural Senegal. Policy Brief. 

Jeuland, M., Ndiaye, O., Usmani, F. (2021):
The more choice, the better? Evidence from experimental auctions in rural Senegal. Economics Letters 206, 109969.

Lin, Y. et al. (2021):
Malondialdehyde in Dried Blood Spots: A Biomarker of Systemic Lipid Peroxidation Linked to Cardiopulmonary Effects. Journal of Thoracic Disease 13 (6).