Projekt

CliDiTrans

Projektbeginn 12/2018
-
Projektende 11/2021

Die Di­gitalisierung führt zu maß­geblichen Ver­­än­de­rungen der Lebens- und Arbeits­welten. Neue und immer leistungs­­fähigere In­formations- und Kommunikations­­tech­no­logien (IKT) beeinflussen Konsum-, Arbeits- und Produktions­prozesse. Das Projekt be­schäf­­tigt sich mit der Frage welchen Beitrag die Digi­ta­li­sierung von Wirtschaft und Ge­sell­schaft zum Klima­­schutz und Green Growth leisten kann. Insbesondere die Rolle von Nach­frage­­effekten und Produktions­­ver­la­ge­rung bei der Nutzung von IKT sollen un­ter­sucht werden.

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Stand des Projekts

Durch die IKT entstanden und entstehen zahlreiche Möglich­keiten, Treib­haus­gas­emissionen zu senken. Die Erschließung dieser Potenziale erfolgt aber nicht eigen­dynamisch. Es wurden zwei wesentliche Heraus­forderungen identifiziert, die einer Senkung der Treib­haus­gas­emissionen durch Digitalisierung entgegenwirken. Zum einen ermöglicht Digitalisierung oft neue Dienst­leistungen und Verhaltens­weisen, schafft neue Nachfrage und erhöht damit den Energie- und Ressourcenbedarf. Zum zweiten reicht das Vorhanden­sein eines alternativen klima­freundlichen digitalen Leistungs­angebots meist nicht aus, um quasi aus eigener Kraft alther­gekommene klima­schädliche Ver­fahren und Verhaltens­weisen auf breiter Front zu ver­drän­gen. Es bedarf in diesem Fall vielmehr eines externen An­lasses, um alte nicht nach­hal­tige Ver­fahren und Verhaltens­weisen aufzugeben und dafür neue, digitale und effiziente Al­ter­na­tiven zu verwenden.

Durch die Reise­beschränkungen verbreitete sich die Video­konferenz rasant und wird sich mittel­­fristig stark auf die Geschäfts­reise­aktivität auswirken. Die für die Zeit nach Ende der Pan­demie erwartete Fahr­strecke für Geschäfts­reisen wurde in einer Be­fragung von 500 Per­sonen von 390 Personen mit durchschnittlich 1.038 km angegeben. Deutlich von 16% auf 9% gesunken ist dabei die Zahl der Befragten, die angeben monatlich zwischen 1.000 km und 5.000 km zu reisen. Auch bei Entfernungen zwischen 500 km und 1.000 km geht der Anteil von 17% auf 9% zurück.  Entfernungen über 5.000 km im Monat wurden bisher von 5% der Befragten zurückgelegt, in Zukunft werden es nur noch 4% sein. Die zurück­gelegte Strecke sinkt bei ÖPNV/Bahn, Flugzeug und Auto erheblich, beim Fahrrad­fahren und Zufuß­gehen bleibt sie auf niedrigem Niveau annähernd gleich. Der Modal Split der Verkehrs­leistung verschiebt sich in Richtung auf vermiedene Verkehre. 

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse des Projekts wurde auf dem finalen Workshop des Themenschwerpunkts vorgestellt und ist hier zugänglich.


Kernthesen und Befunde

  • Forderung nach einer „3-Säulen-Politik der klimafreundlichen Digitalisierung“.
     
  • Um die Klima­schutz­potenziale zu nutzen und eine nach­haltige digitale Trans­for­ma­tion zu er­reichen, ist eine aktive Po­li­tik für Klima­schutz durch Digitalisierung dringend erforderlich. Als Maß­nahme wurde eine 3-Säulen-Politik abgeleitet:
    1. „Kom­plexe Klima­­schutz­­wir­k­un­gen er­for­sch­en und transparent machen“
    2. „Synchronisation von Dif­fu­sion neuer und Ex­­no­va­tion alter Lösungen“
    3. „Grund­­sätz­liche Spiel­­regeln auf­stellen“
     
  • Die Hoffnung auf eine eigen­dynamische Er­schließung des Klima­schutz­potenzials ist trügerisch und konnte im Rahmen der un­ter­suchten Fälle nicht bestätigt werden.

Flagship Paper

Axenbeck, J., Niebel, T. (2021):
Climate Protection Potentials of Digitalized Production Processes: Microeconometric Evidence? 23rd ITS Biennial Conference, Online Conference / Gothenburg 2021.

Clausen, J., Schramm, S. (2021):
Climate protection potentials of the use of video conferences and when working from home. Results of a representative survey of business travellers. CliDiTrans Workshop Report. Berlin: Borderstep Institute.

Clausen, J., Schramm, S. (2021): 
Klimaschutzpotenziale der Nutzung von Videokonferenzen und Homeoffice. Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von Geschäftsreisenden. CliDiTrans Werkstattbericht. Berlin: Borderstep Institut.

Hintemann, R. (2021): 
Rechenzentren 2020. Cloud Computing profitiert von der Krise. Energiebedarf der Rechenzentren steigt trotz Corona weiter an. Berlin: Borderstep Institut.