Projekt

DecarbLau- Mobilisierung endogener Entwicklungspotentiale für den Strukturwandel -Dekarbonisierung in einer Braunkohleregion

Projektbeginn 02/2019
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Projektende 01/2022

Die Lausitz ist eine sogenannte strukturschwache Region: ihre Wachstumsrate, ihr Beschäftigungsniveau und ihre Pro-Kopf-Produktivität sind im bundesdeutschen Vergleich unterdurchschnittlich. Die Beendigung der Braunkohleverstromung trifft somit eine Region, die bereits nach der Wende einen massiven Strukturbruch zu verarbeiten hatte. Um dem Verlust von wirtschaftlichen Potentialen vorzubeugen und um die Akzeptanz für das  Phasing Out der Braunkohleverstromung zu steigern, ist daher eine proaktive Strukturpolitik notwendig.

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Stand des Projekts

  • TP Szenarien: Untersuchung der Kostenstruktur von Offshore-Windenergie in Europa (siehe Paper)
  • TP Entwicklungspotenziale: Wirtschaftlichen Schwerpunkte auf Gemeindeebene der Lausitz: Energiewirtschaft, Ernährungsindustrie, Kunststoff- und Chemieindustrie, Metallindustrie, Logistik. Zukünftige Potenziale: technische Textilien, Schienenverkehrssektor, Glasindustrie 
  • TP  Entwicklungspotenziale Energiewirtschaft: Aufbau der regionalen Datenbank „Energiewendewirtschaft“. 
  • TP  Governance: Die Innovationspolitik ist ein zentraler Hebel zur Bewältigung des Strukturwandels. Dabei spielen Institutionen wie Cluster-, Transformations- und Forschungsmanager eine tragende Rolle. 
  • TP  Strategien, Instrumente: haupt­sächliche Be­an­tragung von Innovationsförderprogramme in der Lauistz: Industrieunternehmen, Unternehmen aus nicht wissensintensiven Wirtschaftszweigen, kleine und mittlere Unternehmen 
  • TP Demografie & Finanzen: Komplette Simulierung des kommunalen Finanzausgleichs des Landes Brandenburg. Es zeigt sich ein negativer demographischer Effekt auf die Einnahmenentwicklung der Lausitzer Kommunen, welche die Einnahmenverteilung zwischen ihnen verändern wird. Die Ungleichheit wird zunehmen.

Vorläufige Ergebnisse des Projekts

Die Karte zeigt die Arbeitsplatzzentren in der Lausitz mit mindestens 3.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit einem Standortkoeffizienten von über 2,0. Der Standortkoeffizient gibt die regionale Konzentration von Wirtschaftssektoren bzw. Branchen an. Er setzt die Anzahl der Beschäftigten in einer Branche und Raumeinheit in eine Beziehung zu der Anzahl der Beschäftigten dieser Branche zu einer übergeordneten Raumeinheit. Ein Standortkoeffizient von größer als 1 signalisiert Überdurchschnittlichkeit. Die Karte zeigt somit die Schwerpunkte der wirtschaftlichen Aktivitäten auf Gemeindeebene der Lausitz auf.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse des Projekts wurde auf dem finalen Workshop des Themenschwerpunkts vorgestellt und sind hier zugänglich.


Kernthesen und Befunde

  • Vorbehaltlich der Folgen der Ukraine­krise, Kohle­ausstieg deutlich vor 2038 möglich, wenn die CO2-Emissions­­preise so hoch bleiben.
  • Aufgrund des ökologischen Struktur­wandels ist für einen Teil der Lausitz (in Branden­burg) eine nach­holende Ent­wick­lung möglich.
  • Die Lausitz bietet ein hohes Energie­wende­­potenzial – erweitert durch die Tage­bau­flächen.
  • Anreize zur Zusammen­arbeit zwischen Teil­regionen/Gemeinden schaffen.
  • Die Innovations­politik ist zentraler Hebel zur Be­wältigung des Struktur­wandels.

Flagship-Paper

Jansen M., Staffell I., Kitzing L., Quoilin S., Wiggelinkhuizen E., Bulder B., Riepin I., Müsgens F. (2020):
Offshore wind competitiveness in mature markets without subsidy. Nature Energy 5, 614-622.

Nagel, M.; Zundel, S (2021):
Legenden oder Leitbilder? - Ausgewählte Narrative der Lausitz. Schriftenreihe des Fachgebiets Allgemeine VWL mit dem Schwerpunkt Energie- und Umweltökonomik - BTU.

Nagel, M.; Zundel, S. (2021):
Eine Region unter der Lupe Versteckte Wirtschaftspotentiale in der Lausitz. Schriftenreihe des Fachgebiets Allgemeine VWL mit dem Schwerpunkt Energie- und Umweltökonomik - BTU.

Scholz, D., Zundel, S., Müsgens, F. (2019):
Price and Employment Effects triggered by a German Coal Phase-Out – A Discourse Analysis. IEEE Conference Proceedings EEM 2019.

Titze, M. (2020):
Kohleausstieg und Strukturwandel – Zur Wirksamkeit von Regionalpolitik. In: Senius, Kay; Höffken, Wolfgang (Hrsg.). Kohleausstieg und Strukturwandel in Sachsen-Anhalt. Friedrich-Ebert-Stiftung, Landesbüro Sachsen-Anhalt. Magdeburg, 36-43.