Projekt

EcoEff- Makroökonomische Ineffizienz und Einsparpotentiale für Emissionen: Analysen unter Berücksichtigung heterogener Industriestrukturen

Projektbeginn 12/2018
-
Projektende 11/2021

EcoEff untersucht das Reduktionspotenzial von Treibhausgasemissionen durch eine effizientere Nutzung vorhandener Produktionsmöglichkeiten. Die Analyse stützt sich auf nichtparametrische Methoden zur Effizienzanalyse, die es erlauben, unerwünschte Nebenprodukte, wie Treibhausgasemissionen oder Schadstoffe, in die Untersuchung einzubeziehen. Insgesamt werden EU-Länder auf makroökonomischer Ebene hinsichtlich ihrer Umwelteffizienz analysiert und verglichen, um mögliche Emissionsminderungen in verschiedenen Industriesektoren zu quantifizieren und statistisch zu validieren. Das Projekt versucht außerdem, die Kosten (in Form von entgangener Produktionssteigerung) abzuschätzen, die mit den Effizienzverbesserungen und Emissionsreduktionen verbunden sind. In einem abschließenden Arbeitspaket werden die langfristigen Trends der potenziellen Emissionsminderungen für eine breite Länderauswahl in die Zukunft projiziert, um den Beitrag zur Erreichung der Klimastabilisierungsziele zu bewerten.

Zur Projektwebseite

Stand des Projekts

Die statische Effizienzmessung aller Treibhausgasemissionen (und Schadstoffe) und Berechnung der potenziellen Emissionsreduktion für 7 Sektoren in 16 europäischen Ländern ist abgeschlossen. Zudem sind auch die Berechnungen bezüglich statistischer Verzerrungskorrekturen und die Ermittlung von Konfidenzintervalle abgeschlossen. Die Ergebnisse sind in zwei Papieren von Krüger und Tarach veröffentlicht, die auf SSRN verfügbar sind (siehe unten). 
Die Berechnung der Kosten der Emissionsreduktionen ist noch in Bearbeitung. Betrachtet werden die Emissionsvermeidungskosten der gesamten Treibhausgasemissionen für 7 Sektoren und 16 europäische Länder. Das dazugehörige Papier von Fait und Wetzel soll zeitnah veröffentlicht werden. 
Kürzlich begonnen hat die Arbeit an der länderübergreifenden Zeitreihenanalyse zur Ermittlung von Trends der potenziellen Emissionsreduktionen. Hierfür wird eine umfassendere Länderstichprobe betrachtet, die Länder in unterschiedlichen Entwicklungsstadien umfasst. Diese Trends sollen dann in die Zukunft bis zum Jahr 2050 projiziert werden.

Vorläufige Ergebnisse des Projekts

Die Abbildung zeigt die aggregierten Emissionsminderungspotenziale (berechnet mit den Medianen der Inputs und Outputs über den Zeitraum 2012-2016) für die Sektoren A bis H (links) und 16 europäische Länder (rechts). Auf der y-Achse sind Megatonnen CO2-Äquivalente abgebildet. Die aggregierten (über Länder oder Branchen) tatsächlichen Treibhausgasemissionen sind als offene Kreise dargestellt, die durch eine gestrichelte Linie verbunden sind. Die berechneten potenziellen Emissionsreduktionen sind als durchgehende Punkte dargestellt, die durch eine durchgezogene Linie verbunden sind. Die vertikalen Linien zeigen die Größe der 95%-Konfidenzintervalle. Es zeigt sich, dass sich die aggregierten Emissionsreduktionspotenziale auf bestimmte Sektoren (verarbeitendes Gewerbe C, Energie und Wasser DE und Verkehr H) und bestimmte Länder (Deutschland, Großbritannien und Polen) konzentrieren. In welchem Ausmaß und in welchem Zeitrahmen die Reduktionspotenziale realisiert werden können, muss eine offene Frage bleiben.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse des Projekts wurde auf dem finalen Workshop des Themenschwerpunkts vorgestellt und ist hier zugänglich.


Kernthesen und Befunde

  • Ein­spar­potentiale durch Effizienz­ver­besse­rung bedeutsam

  • Effizienz­steigerung kann einen we­sent­lichen Bei­trag zur Er­reichung der Klima­ziele leisten, ist aber allein nicht aus­rei­chend

  • Bei der Formulierung von Re­duktions­zielen sollten heterogene Industrie­strukturen be­rück­­sich­tigt werden, da die Größe der Ein­spar­­poten­tiale zwischen den Wirtschafts­sektoren stark variiert

  • Aktuelle Emissions­preise bilden die tat­säch­­lichen Vermeidungs­kosten von Emissionen nicht korrekt ab