Projekt

NostaClimate- Die Relevanz nichtstaatlicher Akteure für individuelle Klimaschutzaktivitäten und Klimapolitik

Projektbeginn 11/2018
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Projektende 10/2021

Nationale Gesetze und Regulierungen, die durch staatliche Akteure beschlossen werden, reichen voraussichtlich nicht aus, um die Emissionsziele aus dem Pariser Klimaabkommen zu erreichen. Freiwillige Klimaschutzmaßnahmen von sogenannten nichtstaatlichen sowie individuellen Akteuren können dabei helfen, diese Lücke zu schließen. Während sich frühere Studien intensiv mit staatlichen und individuellen Akteuren befasst haben, beschäftigt sich NostaClimate mit der Rolle nichtstaatlicher Akteure sowie deren Wechselwirkung mit staatlichen und individuellen Akteuren im Hinblick auf Klimaschutzaktivitäten und Klimapolitik. Wir konzentrieren uns hauptsächlich auf Kommunen, Kirchen und Arbeitgeber als nicht-staatliche Akteure. Darüber hinaus untersucht NostaClimate, wie die COVID-19 Pandemie, die ein zusätzliches Gesundheitsrisiko aber auch große finanzielle Unsicherheiten in den Alltag der Bürger:innen bringt, Einfluss auf individuelle Klimaschutzaktivitäten und individuelle Unterstützung der Klimapolitik nimmt.

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Stand des Projekts

Stand des Projekts

Obwohl die Corona-Pandemie die Durchführung der Experimente und Befragungen sehr erschwert hat, ist die Datenerfassung nun für fast alle Arbeitspakete abgeschlossen. In den kommenden Monaten wird das letzte Experiment durchgeführt und die Daten im Detail ausgewertet. 

Vorläufige Projektergebnisse

Die ersten Auswertungen der Experimente und Befragungen zeigen, dass Kommunen und Kirchen über verschiedene Kanäle Einfluss auf individuelles Klimaschutzverhalten nehmen können. Zum Beispiel zeigen erste Analysen der Kommunalbefragung, dass sich Kommunen im Klimaschutz in der Rolle der Vorbilder sehen und  im Austausch mit der Zivilgesellschaft sowie anderen Kommunen stehen. Die Interaktion mit höheren Verwaltungsebenen ist laut der Befragung eher begrenzt. Experimentelle Ergebnisse zeigen, dass der Einfluss der Kommunen über ihre Vorbildfunktion jedoch eher schwach ist, wohingegen das Verhalten anderer Bürger einen stärkeren Einfluss auf individuelles Klimaschutzverhalten hat. Im Vergleich dazu zeigt ein Experiment mit Kirchen als nichtstaatliche Akteure, dass individuelles Klimaschutzverhalten durch die Information zum Standpunktes der Katholischen Kirche zum Thema Klimaschutz verstärkt werden kann. 

Die empirische Analyse des Einfluss der Corona-Krise auf indivdiuelle Einstellungen zur Klimapolitik weisen darauf hin, dass sich die Unterstützung für klimapolitische Maßnahmen (zumindest in der 1. Welle der Pandemie) nicht stark verändert haben. Die Analysen zeigen jedoch auch auf, dass ökonomische Bedenken, wie z.B. individuelle Sorgen um die persönliche wirtschaftliche Situation dazu führen können, dass einzelne klimapolitische Maßnahmen, z.B. eine Erhöhung des CO2 Preis, deutlich weniger befürwortet werden.

Flagship-Paper

Alsheimer, Sven, Elisabeth Dütschke, und Heike Brugger (2021), German municipalities as pathmakers for a sustainable future: leaders or followers?  Eceee Summer Study Proceedings, forthcoming.

Bartels, Lara und Martin Kesternich (2021), Do municipal climate protection activities interfere with individual engagement? (Arbeitstitel)

Bos, Björn und Claudia Schwirplies (2021), Do consumption choices spill over to other domains? Evidence from an online retailer (Arbeitstitel)

Engler, Daniel, Elke D. Groh, Gunnar Gutsche und Andreas Ziegler (2021), Acceptance of climate-oriented policy measures under the COVID-19 crisis: an empirical analysis for Germany, Climate Policy, forthcoming.

Feldhaus, Christoph, Marvin Gleue, und Andreas Löschel (2021), Can Religious Institutions Promote Sustainable Behavior – Field Experimental Evidence on Donations for Climate Protection (Arbeitstitel)