Projekt

PEGASOS- Die politische Ökonomie eines globalen Kohleausstiegs

Projektbeginn 12/2018
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Projektende 08/2022

Das multidisziplinäre Forschungsprojekt PEGASOS befasst sich mit der politischen Ökonomie von Kohleausstiegen. Ziel ist die Identifikation von ökonomisch effizienten und politisch umsetzbaren Lösungen zur Umsetzung von Kohleausstiegen auf nationaler und globaler Ebene. Die Verteilungswirkungen verschiedener Politikoptionen sollen dabei mitberücksichtigt werden. Im Rahmen des Projekts werden historische Kohleausstiege analysiert und Fallstudien in verschiedenen Ländern durchgeführt, um Treiber, Hindernisse sowie Interessensgruppen von Kohleausstiegen zu identifizieren. Weiterhin werden mithilfe eines Energiesystem-Modells verschiedene Politikoptionen auf globaler Ebene analysiert.

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Stand des Projekts

Es wurden bereits 15 Fallstudien durchgeführt, welche in einem Buch mit dem Titel „The Politics of Coal“ in Kürze von dem "Routledge" Verlag veröffentlicht werden. Weiterhin wurden systematisch Literaturübersichten erstellt und modellbasierte Analysen durchgeführt. Diese sind bereits in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht oder derzeit unter Begutachtung.
Zentrale Ergebnisse: Die Ergebnisse von Energysystem-Simulationen zeigen eine breite Vielfalt an Szenarien von Kohleausstiegen im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens. Diese umfassen zügige Kohleausstiege, sowie Szenarien, in denen Kohle über den Zeitverlauf eine Renaissance erlebt. Modelle, die weitere Dimensionen mitberücksichtigen, zeigen bedeutende Vorteile eines Kohleausstiegs für Umwelt und Gesundheit auf lokaler Ebene, welche die unmittelbaren "politischen Kosten" einer verringerten Energieproduktion überwiegen. Ein Kohleausstieg ist somit für die meisten Weltregionen eine „No-regret“ Strategie, selbst ohne Berücksichtigung der globalen Vorteile eines verminderten Klimawandels. Basierend auf den 15 Fallstudien wurden politökonomische Treiber und Hemmnisse der Kohlenutzung identifiziert. Erstens, sind eine bezahlbare und sichere Energieversorgung übergreifende politische Ziele für den Energiesektor, während Umweltziele weniger wichtig sind. Zweitens stabilisieren Eigeninteressen von Akteuren die Kohlenutzung in vielen Ländern. Dabei werden Argumente bezüglich der damit verbundenen Arbeitsstellen, der regionalen Entwicklung sowie der Staatseinnahmen hervorgehoben, wobei Lobbyismus ein weiterer wichtiger Faktor ist. Drittens können Mehrebenenpolitik sowie die Restrukturierung von Energiemärkten entscheidende Faktoren eines verringerten Einflusses solcher Akteure sein. 

Vorläufige Ergebnisse des Projekts

Teil a der Abbildung zeigt die direkten jährlichen politischen Kosten, sowie die global aggregierten lokalen Gesundheits- und Umweltkosten der Politikszenarien relativ zu einem Referenzszenario. Insgesamt zeigt sich ein substanzieller positiver sozialer Nutzen eines Kohleausstiegs. Die direkten jährlichen politischen Kosten umfassen Konsumrückgange. Die Gesundheitskosten werden über die Zahlungsbereitschaft erfasst, während Umweltkosten den Wiederherstellungskosten entsprechen. Die schmalen Balken zeigen Kosten und Nutzen einzelner „Stressoren“ innerhalb der jeweiligen Kategorien. Die äußeren Balken gruppieren die Stressoren unter Umweltkosten, Gesundheitskosten sowie den direkten politischen Kosten. Die schwarzen Linien zeigen den resultierenden sozialen Nutzen. Die roten Linien sind die Summe des lokalen und globalen sozialen Nutzens. Die vertikalen Linien geben die Unsicherheiten in der Umrechnung von Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und Umwelteinflüssen in entsprechende Kosten an. Teil b zeigt die absoluten Vorteile eines Kohleausstiegs-Szenarios im Jahr 2050.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse des Projekts wurde auf dem finalen Workshop des Themenschwerpunkts vorgestellt und ist hier zugänglich.


Kernthesen und Befunde

  • Die Kohle­nutzung muss schnell beendet werden um die Paris Ziele zu erreichen. Nötig dafür ist ein um­fassendes Ver­ständ­nis der politischen Ökonomie.
     
  • Neben­effekte allein für Ge­sundheit und Um­welt über­steigen Kosten eines Kohle­ausstiegs.
     
  • Ende internationaler Kohle­finanzierung als ent­scheidender Hebel.
     
  • Wirtschafts­wachstum, günstige Ener­gie und Energie­system­stabilität wichtigste Trei­ber für Kohle in Schwellen­­ländern.

Flagship-Paper

Bertram, C. et al. (2021):
COVID-19-induced low power demand and market forces starkly reduce CO2 emissions. Nature Climate Change, 11, 193-196.

Callaghan, M. W., Minx, J.C., Forster, P. (2020):
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Diluiso, F. et al. (2021):
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Diluiso, F., Annicchiarico, B., Kalkuhl, M., Minx, J.C. (2021):
Climate Actions and Stranded Assets: The Role of Financial Regulation and Monetary Policy. CESifo Working Paper No. 8486.

Fisch-Romito, V. et al. (2020):
Systematic map of the literature on carbon lock-in induced by long-lived capital. Environmental Research Letters 16, 053004.

Jakob, M., Flachsland, C., Steckel, J. C., Urpelainen, J. (2020):
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